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Gesundheitsnachrichten


Singen gegen Sprachstörungen  05.03.2010

Nach einem Schlaganfall fällt vielen Patienten singen leichter als sprechen. Diese Entdeckung nutzen Forscher der Harvard-Universität für die Behandlung von Schlaganfallpatienten mit Sprachstörungen.

Gesunde Hirnhälfte hilft dem Sprachzentrum

Wenn ein schwerer Schlaganfall das Sprachzentrum schädigt, lernen die Betroffenen leichter wieder sprechen, wenn sie die Worte zunächst singen. Diese Untersuchungsergebnisse präsentierte der Neurologe Prof. Gottfried Schlaug von der Harvard-Universität auf der Jahrestagung der "American Academy of the Advancement in Science" (AAAS). Er zeigte dort Videoaufnahmen von Schlaganfallpatienten, die zwar kaum sprechen, einen Text aber singen konnten – ein Ansatzpunkt für die Behandlung von Sprachstörungen.

Schlaug erklärt sich das Phänomen damit, dass Musik Areale in beiden Hirnhälften nutzt, Sprache aber auf die linke Seite beschränkt isti. Der Patient könne sich so mit der gesunden Seite durch die Melodie ein Gerüst für die Sprache schaffen und damit auch das Sprachzentrum wieder aktivieren. Anfangs lernen die Patienten 100 einfache Sätze als Tonfolgen wie "Ich muss auf die Toilette" oder "Ich habe Hunger". So können sie sich nach und nach immer besser mitteilen. Der Forscher hat sogar Patienten erlebt, die nach der Musiktherapie eine öffentliche Rede halten konnten.

Angehörige können helfen

Dass durch die Musiktherapie in den angesprochenen Hirnzentren tatsächlich neue Verbindungen geknüpft werden, belegen Hirnaufnahmen. Ein Nachteil der Therapie sei, dass sie recht aufwändig ist, sagt Schlaug. 75 Sitzungen sind notwendig, bis die Patienten sich gut mitteilen können. Dem Wissenschaftler zufolge könnten allerdings auch Angehörige und Freunde der Patienten das Verfahren erlernen und mit den Betroffenen üben.

Quelle: Quelle: apotheken.de / Annika Kirsch, 02.03.2010
Erfasst am: 05.03.2010 


Infoportal zu ADHS ist gestartet  04.03.2010

Ein neues Internetportal bietet der Öffentlichkeit solide und faktenbasierte Informationen rund um das Thema "Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)". Das "ADHS Infoportal" wird vom zentralen "adhs-netz" mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. Die Internetseite www.adhs.info richtet sich in einem ersten Schritt zielgerichtet an Eltern und Erziehungspersonen der von ADHS betroffenen Kinder. Es bietet speziell auf ihren Bedarf abgestimmte Informationen und eine Vielzahl von Hilfen. Diese Informationen orientieren sich strikt an den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien und Leitlinien von Fachgesellschaften und Expertengruppen. Schrittweise wird das Informationsangebot für Pädagogen und für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgebaut.

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler erklärt dazu: "Kinder, die von ADHS betroffen sind, bedürfen einer speziell auf sie zugeschnittenen medizinischen Behandlung und Unterstützung. Hierzu haben die medizinischen Fachgesellschaften eine wissenschaftliche Leitlinie erarbeitet, die multidisziplinäre therapeutische Konzepte vorsieht. Das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich dafür ein, dass sich möglichst flächendeckend eine leitlinienorientierte Gesundheitsversorgung zu ADHS entwickelt. Dazu ist es von großer Bedeutung, dass auch Eltern und Fachleute solide und wissenschaftlich abgesicherte Informationen zu ADHS und deren Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Die fachgerechte Aufklärung über ADHS ist ein wichtiges Anliegen des Bundesgesundheitsministeriums und erklärtes Ziel der Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit. Das heute gestartete Infoportal ist ein bedeutender Schritt dazu."

Die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey belegen, dass psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen keine Ausnahmen mehr sind. Von besonderer Bedeutung ist ADHS. Viele Eltern sind verunsichert, wie sie mit dieser Erkrankung umgehen sollen und wo sie fachgerechte medizinisch-therapeutische Hilfe finden können. Hier soll das neue Infoportal eine erste Orientierung bieten.

Das zentrale adhs-netz, das die Internetseite erstellt hat, hat es sich als bundesweites aktives Netzwerk zum Ziel gemacht, Unterstützung für ein umfassendes Gesundheitsmanagement für Menschen mit ADHS zu bieten.

Quelle: Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, 02.03.2010
Erfasst am: 04.03.2010 


Heiserkeit - ein verbreitetes Leiden mit vielfältigen Ursachen  03.03.2010

Jeder kennt das Symptom: Die Stimme krächzt, klingt rauchig und tonlos, eben heiser. Heiserkeit entsteht im Kehlkopf. Hier befinden sich die Stimmlippen, die sich beim Sprechen fast vollständig verschließen. Strömt beim Ausatmen Luft durch diesen Spalt, werden die Stimmlippen in Schwingung gebracht, es entstehen Töne. Wenn dieser Vorgang beeinträchtigt wird, kommt es zu Heiserkeit. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Kehlkopf und Kehldeckel durch einen Infekt entzündet sind.

Doch auch die Überforderung des Stimmapparates kann zu Heiserkeit führen. Zum Beispiel bei Menschen, die berufsbedingt viel oder laut sprechen oder bei Kindern, die oft schreien. Eine weitere Ursache sind äußere Reize wie Tabakrauch oder kalte und trockene Luft.

In den meisten Fällen ist eine Heiserkeit harmlos und verschwindet bald wieder. Betroffene sollten dabei auf Folgendes achten: Schonen Sie Ihre Stimme, sprechen Sie leise, aber: flüstern Sie nicht! Versuchen Sie, Räuspern zu vermeiden: trinken Sie etwas oder gähnen Sie.

Vermeiden Sie Stress.

Reden Sie möglichst wenig.

Vermeiden Sie alles, was Ihre Schleimhäute reizt (kalte und trockene Luft, Zigaretten, Produkte mit Menthol oder Tees mit ätherischen Ölen wie Kamille oder Pfefferminze, Alkohol).

Trinken Sie viel, am besten warme Getränke.

Klingt die Heiserkeit nicht nach zwei bis drei Wochen ab oder kommen zur Heiserkeit noch andere Symptome wie Atemnot, Schluckbeschwerden oder Schmerzen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn Heiserkeit kann auch ein Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung sein, für die eine gezielte Therapie notwendig ist.

Bei chronisch heiseren Menschen, die ihre Stimme regelmäßig überfordern, sind stimmtherapeutische Maßnahmen sinnvoll. Denn mit gezielten Übungen kann über die Arbeit am Atem- und Muskeltonus und der Artikulation ein ökonomischeres Sprechen erlernt und so der Stimmapparat entlastet werden.

Übrigens: Fragen rund um das Thema Heiserkeit Stimme beantworten kompetente Logopädinnen und Logopäden am Samstag, dem 6. März 2010, dem Europäischen Tag der Logopädie, zwischen 17:00 und 20:00 Uhr unter der Rufnummer 01805-225513. (Ein Anruf kostet 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 0,42 Euro/Minute aus Mobilfunknetzen).

Quelle: Quelle: Presseportal, 01.03.2010
Erfasst am: 03.03.2010